Der Schritt ins vegane Leben wird uns heute dank zahlreicher Rezepte erleichtert. (©Shutterstock)
Der Schritt ins vegane Leben wird uns heute dank zahlreicher Rezepte erleichtert. (©Shutterstock)

Alleine unter Fleischessern: Tipps für Veganer

Dank zahlreicher Rezepte wird heutzutage der Schritt ins vegane Leben so leicht gemacht wie noch nie. Schließlich ist für viele Menschen die Ernährungsumstellung eine schwierige Aufgabe. Unter dem Strich stellen uns vermehrt vor Probleme im Umgang mit den Freundinnen und Familienmitgliedern. Deshalb haben wir einige Tipps zusammengestellt, mit denen Sie die neue zwischenmenschliche Situation meistern können.


Möglicherweise haben Sie sich viele Gedanken gemacht, bevor Sie ihre Ernährung verändert haben. In diesem Sinne habe Sie viele Argumente gesammelt, die für vegane Ernährung sprechen und sich mit dem Thema Nährstoffen auseinandergesetzt. Mit anderen Worten haben Sie entdeckt, wie abwechslungsreich pflanzliche Speisen sein können und wie gut diese schmecken. Doch wahrscheinlich fehlen genau diese Informationen den Menschen in ihrer Umgebung. Vielmehr haben sie eventuell noch Vorurteile oder können sich gar nicht vorstellen, was der vegane Lebensstil eigentlich bedeutet. Aus diesem Grund erwarten Sie nicht, dass andere Menschen ihre Lebensumstellung sofort nachvollziehen können. Geben Sie ihnen etwas Zeit!

Wie schaffe ich Bewusstsein für meine neue Ernährung?

Erstens: Bleiben Sie sich treu und erläutern Sie geduldig ihre persönlichen Beweggründe. Bei der Kommunikation dabei ist wichtig, ihre Botschaften als Ich-Botschaften zu formulieren. Denn so geben Sie ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ihre persönliche Sichtweise besser zu verstehen, ohne sie ihm aufzudrängen.

Zweitens: Wenn ihr Gesprächspartner Interesse zeigt, gehen Sie ausführlich auf ihn ein. Im Falle der direkten Ablehnung halten Sie sich erst mal zurück. Bleiben Sie geduldig, vielleicht können sie ihre Unterhaltung zu einem anderen Zeitpunkt fortsetzen.

Tipp: Vermeiden Sie auf jeden Fall, andere Menschen zu verurteilen, wenn diese nicht vegan essen möchten. Je mehr Verständnis sie von anderen Personen einfordern, desto mehr Akzeptanz sollten Sie ihnen auch gegenüber zeigen.

Sollten sie fernen die Befürchtung haben, dass ihr Gegenüber nicht positiv auf ihre Umstellung reagieren könnte, sagen sie ihm direkt, dass ihre persönliche Entscheidung keine Veränderung seines Verhaltens bedeuten muss.Wann ist der beste Zeitpunkt, um seinen Mitmenschen von dem neuen Lebensstil zu erzählen? Ungünstig wäre es beim Essen oder bei der Zubereitung unveganer speisen. In solchen Situationen fühlen sich die Menschen indirekt verurteilt beziehungsweise das Gefühl bekommen, sich für ihre Essensgewohnheit rechtfertigen zu müssen, ist keine ideale Ausgangslage für eine gründliche Unterhaltung.

Sollten sie fernen die Befürchtung haben, dass ihr Gegenüber nicht positiv auf ihre Umstellung reagieren könnte, sagen sie ihm direkt, dass ihre persönliche Entscheidung keine Veränderung seines Verhaltens bedeuten muss.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um seinen Mitmenschen von meiner neuen Ernährung zu erzählen?  

Ungünstig wäre es beim Essen oder bei der Zubereitung unveganer speisen. In solchen Situationen fühlen sich die Menschen indirekt verurteilt beziehungsweise das Gefühl bekommen sich für ihre Essensgewohnheit rechtfertigen zu müssen. Kurzum das ist keine ideale Ausgangslage für eine gründliche Unterhaltung. 

Wie gehe ich mit Kritik, Spott und Unverständnis um?

Witze über Veganer

Ihre Mitmenschen können ganz unterschiedlich auf ihre neue Lebensgewohnheit reagieren. Neben positiven Reaktionen aber Witze und Fragen die Normalität. 

Auf jeden Fall gilt es entspannt zu bleiben. Viele Menschen haben die Angewohnheit, das Verhalten anderer Menschen zu kommentieren und Witze darüber zu machen. Nichtsdestotrotz ist das ein Grund, sich zu ärgern. Schließlich wissen manche Personen nicht, wie sie sonst auf ein Thema reagieren sollen. Am besten ist es bei einem harmlosen Spaß einfach mitzulachen und anschließend aufzuklären, warum der Witz nicht der Realität entspricht.

Vorurteile

Auch wenn Vorurteile anstrengen sind, ist die beste Strategie, gut informiert zu sein und eine breite Palette an Argumenten griffbereit zu haben. Eine Aufzählung der häufigsten Vorurteile und Argumente dagegen finden sie hier. Auch unterhaltsame Videos, die Gegenargumente präsentieren, können hilfreich sein.

Sollte sich ein Gespräch jedoch zu einer Diskussion entwickeln, die nicht mehr angenehm ist, einigen Sie sich mit dem Gesprächspartner darauf, dass man gerade nicht einig wird. So vermeiden Sie die Eskalation des Gesprächs und persönliche Beleidigungen. Sollten Sie doch beleidigt werden, nehmen Sie sich diese nicht zu herzen, und beenden Sie das Gespräch.

Leider gibt es auch Menschen, die man mit guten Argumenten nicht erreichen kann oder die einfach nur provozieren wollen. Ersparen Sie sich solche Konfrontationen, und konzentrieren Sie ihre Energie lieber auf fruchtbare Gespräche mit anderen Personen.

Wie verhalte ich mich in meiner Familie?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Unter dem Strich mögen Menschen Traditionen, Rituale und ihre festen Gewohnheiten. Veränderung ist für die meisten Menschen unangenehm, deshalb könnte es Unruhe in die Familie bringen, wenn ein Mitglied seine Ernährungsgewohnheit umstellt. Umstellungen braucht etwas Zeit, doch Sie werden sehen, ihre Familie wird Ihre neue Gewohnheit im Handumdrehen in ihren Alltag integrieren können.

Wichtig dabei ist, Ihrer Familie etwas Zeit zu geben. Überdies zeigen Sie ihr, dass Sie sich mit ihrer neuen Ernährung wohlfühlen und Spaß daran haben. Es wird ihrer Familie auf jeden Fall so leichter fallen, die Veränderung zu akzeptieren und vielleicht sogar nachzuahmen. 

Weisen Sie bei der gemeinsamen Essensplanung darauf hin, dass überraschend viele Gerichte auch vegan zubereitet werden können. Möglicherweise können Sie ihre Familie von einigen veganen Gerichten überzeugen. Sollte das nicht möglich sein, empfiehlt sich, vegane Speisen auszuwählen, die mit nur wenig Aufwand parallel zu der unveganen Speise zubereitet werden kann. 

Wenn beispielsweise Spaghetti Bolognese auf dem Essensplan steht, kochen Sie parallel dazu in einer zweiten Pfanne Sojabolognese. Die Nudeln sind für beide Gerichte gleich.

Letztendlich sollten Sie sich und Ihre Familie darüber bewusst werden, dass es hier um Essgewohnheiten geht. Ist es wirklich wert, sich über diese zu streiten? Es gibt bestimmt viele Dinge, die für den Familienzusammenhalt wichtiger sind als Essgewohnheiten.

Wie verhalte ich mich bei Einladungen zum Essen?

Für neue Veganer kann dieses Thema stressig sein: Früher oder später ist es soweit. Ihre Freunde oder Kollegen werden Sie zum Essen einladen. Doch keine Bange. Wenn Sie ihren Gastgeber rechtzeitig von ihrer veganen Ernährung in Kenntnis setzen, steht einem harmonischen Essen meist nichts im Wege. 

Um Ihren Gastgeber zu entlasten, bieten Sie am besten an, sich selbst ein veganes Gericht mitzubringen. Es könnte aber auch sein, dass Sie der Gastgeber nach Rezepten oder Tipps für vegane Speisen fragt. 

Wichtig dabei ist nur, dass Sie ihren Gastgeber möglichst früh informieren. Um zu verhindern, dass der Gastgeber sich gekränkt fühlt oder Sie im Notfall gar nichts essen.

Etwas schwieriger wird es bei Familienfeiern oder bei Einladungen ihrer Großeltern. Wenn Sie einer Diskussion aus dem Weg gehen wollen, bringen sie am besten selbst etwas veganes mit. Rezepte finden Sie hier. Ein veganer Kuchen, bei dem niemand merkt, dass er ohne tierische Produkte hergestellt worden ist, kommt sicher auch noch wirklich gut an. 

An großen Feiertagen beispielsweise Weihnachten, bieten Sie am besten an, gleich beim Kochen zu helfen. Sie helfen dem Gastgeber und können sich gleichzeitig ihre eigene vegane Speise zaubern. 

Auch wenn es schwierig sein kann, tun Sie sich selbst einen gefallen und machen sie bei solchen Gelegenheiten keine Ausnahmen. Wenn sie bei einem Stück Sahnetorte ausnahmsweise „ja“ sagen, wird es das nächste Mal nur noch schwieriger ihn abzulehnen. 

Einladungen von Kollegen

Jetzt wird es etwas heikler. Während Sie die Reaktionen von Freunden und Familie noch gut einschätzen können, ist das bei Kollegen möglicherweise nicht der Fall. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Sie müssen ihre vegane Lebensweise nicht groß thematisieren, wenn Sie das nicht wollen. 

Sollten Sie vorher wissen, in welches Restaurant es geht, empfiehlt es sich, die Speisekarte vorab online aufzurufen oder das Restaurant anzurufen, um ihre veganen Optionen zu studieren. 

Bei einem spontanen Besuch achten Sie auf Speisen, die der Koch leicht in ein veganes Gericht umwandeln kann, indem man etwa den Käse weglässt. Sprechen sie den Kellner einfach an. Für die meisten Restaurants ist dies kein Problem. Im Gegenteil, viele Köche freuen sich über die Herausforderung.

Wie motiviere ich meine Mitmenschen ihre Ernährung zu verändern?

Die vegane Lebensweise hat viele Vorteile für Gesundheit, die Tiere und den Planeten. Möglicherweise verspüren Sie den Drang, ihren lieben Mitmenschen auf den veganen Weg mitzunehmen und ihnen die Augen zu öffnen. 

Wenn Sie wollen, dass ihre Lieben sich mit Ernährung auseinandersetzten, sollten Sie es allerdings vermeiden, ihnen Ihren Ernährungsstil aufdrängen zu wollen. Diese Verhaltensweise ist meistens kontraproduktiv. 

Lassen sie die Anderen auf Sie zukommen, und beantworten Sie geduldig etwaige aufkommende Fragen. Proaktiv den veganen Lebensstil zu propagieren kann die Fronten verhärten. Zeigen Sie den neuen Weg vor und laden Sie zum Beispiel zum veganen Dinner ein. Menschen wollen sich frei entscheiden, geben Sie ihnen die Möglichkeit dazu. Wenn man jemanden zu etwas drängen will, geht er meist auf Abstand, auch wenn er oft eigentlich nicht abgeneigt ist.

Wenn einer Ihrer Mitmenschen Interesse an ihrem Lebensstil zeigt, reagieren Sie mit Anerkennung und Interesse! Was Ihnen als kleiner Schritt erscheinen mag, ist oftmals ein großer für andere. Wertschätzung ermutig sie dazu, weiterzugehen.