Riot Design, 2020 – Video-Still Pablo Chiereghin
Riot Design, 2020 – Video-Still © Pablo Chiereghin

Pablo Chiereghin: Kritische Betrachtung der Konsumgesellschaft

Ausstellung „Riot Design“ von Pablo Chiereghin ist von 15. Oktober bis 22. November 2020 im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien zu sehen. Vernissage am 14. Oktober 2020, um 19 Uhr.


Es ist leicht und billig: Finden, Kaufen, Besitzen. Objekte sind Teil unseres Lebens. Jeden Tag werden wir aktiv und passiv Teil des Konsum-Kreislaufs. Objekte werden entworfen und hergestellt, um konsumiert zu werden – ihre Lebensdauer wird dabei immer kürzer. Gleichzeitig gibt es aber seit vielen Jahren auch den Trend hin zu bewussterem Konsum, Upcycling und Zero Waste.

Pablo Chiereghin (geboren 1977 in Adria, Italien, lebt und arbeitet in Wien) wird im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien sein Projekt „Riot Design“ erstmals in Österreich präsentieren. Das von Lisa Ortner-Kreil kuratierte Projekt versteht sich als Prozess, der Konzeptkunst, Performance, Video, Skulptur, Design und Restaurierung beinhaltet und auf Möbelstücke und tägliche Gebrauchsgegenstände fokussiert.

Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Konsumkreislauf: Von Wegwerfgesellschaft bis Upcycling

Ein Objekt wird vor neutralem Hintergrund positioniert. Der Künstler attackiert das Objekt gewaltvoll und mit vollem Körpereinsatz und demoliert es mit „Riot“-Gegenständen – wie Eisenstangen, Ketten, Pflastersteinen, Hammer und Farbspray. Die Aktion wird gefilmt, das Video ist Teil des Projekts. Der Restaurierungsprozess, der anschließend stattfindet, bleibt im Dunkeln. Mit billigem Material aus dem Baumarkt – wie Kaltschaum – werden die Spuren der Zerstörung gekittet, bleiben aber sichtbar. In der Ausstellung wird neben den künstlerisch restaurierten Möbelstücken auch der Akt der Zerstörung mittels Video dokumentiert.

Der Akt der Zerstörung erlaubt es einerseits, den Ballast des Besitzes abzuwerfen und bedeutet gleichzeitig aber auch einen Befreiungsschlag des Individuums gegenüber dem Besitzbedürfnis. Das verwundete Objekt wird durch einen künstlerischen Restaurierungsprozess neu geboren und infolge wieder auf den Markt gebracht – damit der Kreislauf des Konsums von vorne beginnen kann.